Männer! – Lärm!

Männer lieben es, Krach zu machen.
Jedenfalls erzeugen sie fast sämtlichen Lärm, der überhaupt anfällt, mit kaum verhohlener Leidenschaft. Es ist so einfach, sich Gehör zu verschaffen!
Wollen Sie einen Mann für einen schlecht bezahlten Job gewinnen? Geben Sie ihm eine Kettensäge oder eine Schlagbohrmaschine, einen Aufsitzrasenmäher, Laubbläser, Vertikutierer, Presslufthammer oder einen Panzer – das wirkt wie ein zweites Gehalt.
Sie wollen einen Mann als Kunden gewinnen? Verkaufen Sie ihm irgendwas mit viel zu großem Auspuff und einer dicken Hupe. Auch, wenn’s ein Radiergummi ist!

Kinder produzieren mit ähnlicher Leidenschaft Krach, jedoch aufgrund ihrer Narrenfreiheit meist ohne technischen Firlefanz. Ein Mann wiederum kommt sich kindisch vor, wenn er kreischend durch den Garten tobt. Er braucht eine erwachsene Rechtfertigung.
Werden Kinder später zu Frauen, scheint sich die Leidenschaft meist zu verschleifen. Spätestens, wenn sie Mütter werden, entwickeln sie oft ein Faible für Stille.
Werden die Kinder hingegen zu Männern, bleibt im Grunde alles beim alten: Kesselpauke, Martinshorn!

Ein durchschnittlicher Vormittag: Vor dem Haus schallt ein Aufsitzrasenmäher, dahinter der berüchtigte Laubbläser, an der Seite wird vertikutiert. Daneben frequentieren wie gewöhnlich reichlich Mopeds Hildesheims Hauptverkehrsader, die alle zu wenig Zucker im Tank haben. Und seltsam, auf der Baustelle schräg gegenüber scheint man nicht recht voranzukommen. Es ist zu hoffen, dass von diesem Viertel etwas übrigbleibt, denn so, wie es schräg gegenüber klingt, reißt man riesige Materialmengen aus der Erde. Und das seit Wochen. Ich versuche derweil zu arbeiten, solange der Boden noch trägt.
Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

Nachtrag: Es soll sie geben, die leisen Männer. Aber man hört zuwenig von ihnen.

Leserkommentare:

  1. Kommentiert von: H.Seporowsky
    Am 21. August 2010 um 04:07 Uhr

    Hallo,
    ich kenne das.
    Jeden Tag vor meinem Grundstück auf dem Fußballplatz den ganzen Tag, die ganze Woche mit so einem überlauten Rasentrecker die zentel Milimeter Gras kürzen.
    Es gibt nur ein Mittel dagegen:
    Jeden Tag ein paar in die Fresse hauen und dann 20 Jahre ab nach Sibirien; dort wohnt kaum einer, Platz ist auch genug und sie sind unter sich. Wenn sie sich gebessert haben, dürfen sie vielleicht irgendwann zurück.
    Es gibt sonst kein Kraut gegen diese grenzenlose Rücksichtslosigkeit in Deutschland !
    H. S.

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Kindersprüche
Letztes Jahr hat Amira (da also 4) mich drangekriegt.
Ich strebe in die Stadt (Weihnachtseinkäufe), Amira will mit.
Ich: „Nix. Ich treff mich mit dem Weihnachtsmann. Das ist geheim.“
Sie (grinst): „ok.“
Ein paar Tage später:
Wir laufen eine Straße entlang; Amira zeigt auf einen dieser (unerträglichen) Weihnachtsmänner, die so außen an Häusern hochkriechen (wie Insekten) und sagt:
„Der sieht aber komisch aus… so sieht der Weihnachtsmann doch gar nicht aus, oder, Mama?“
Ich (an was anderes denkend): „Ach Schatz, ich hab doch auch keine Ahnung, wie der aussieht…“
Sie (streng): „Ich denk, du hast dich neulich mit ihm getroffen!?“
Tja, das Ende einer Ära. Das Lügengebäude brach zusammen…