Männer! – Lärm!

Männer lieben es, Krach zu machen.
Jedenfalls erzeugen sie fast sämtlichen Lärm, der überhaupt anfällt, mit kaum verhohlener Leidenschaft. Es ist so einfach, sich Gehör zu verschaffen!
Wollen Sie einen Mann für einen schlecht bezahlten Job gewinnen? Geben Sie ihm eine Kettensäge oder eine Schlagbohrmaschine, einen Aufsitzrasenmäher, Laubbläser, Vertikutierer, Presslufthammer oder einen Panzer – das wirkt wie ein zweites Gehalt.
Sie wollen einen Mann als Kunden gewinnen? Verkaufen Sie ihm irgendwas mit viel zu großem Auspuff und einer dicken Hupe. Auch, wenn’s ein Radiergummi ist!

Kinder produzieren mit ähnlicher Leidenschaft Krach, jedoch aufgrund ihrer Narrenfreiheit meist ohne technischen Firlefanz. Ein Mann wiederum kommt sich kindisch vor, wenn er kreischend durch den Garten tobt. Er braucht eine erwachsene Rechtfertigung.
Werden Kinder später zu Frauen, scheint sich die Leidenschaft meist zu verschleifen. Spätestens, wenn sie Mütter werden, entwickeln sie oft ein Faible für Stille.
Werden die Kinder hingegen zu Männern, bleibt im Grunde alles beim alten: Kesselpauke, Martinshorn!

Ein durchschnittlicher Vormittag: Vor dem Haus schallt ein Aufsitzrasenmäher, dahinter der berüchtigte Laubbläser, an der Seite wird vertikutiert. Daneben frequentieren wie gewöhnlich reichlich Mopeds Hildesheims Hauptverkehrsader, die alle zu wenig Zucker im Tank haben. Und seltsam, auf der Baustelle schräg gegenüber scheint man nicht recht voranzukommen. Es ist zu hoffen, dass von diesem Viertel etwas übrigbleibt, denn so, wie es schräg gegenüber klingt, reißt man riesige Materialmengen aus der Erde. Und das seit Wochen. Ich versuche derweil zu arbeiten, solange der Boden noch trägt.
Humor ist, wenn man trotzdem schreibt.

Nachtrag: Es soll sie geben, die leisen Männer. Aber man hört zuwenig von ihnen.

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Kindersprüche
Ich (nur, weil sie gefragt hatten!): “Ich bin ein bisschen zu dick, Amira ist ein bisschen zu dünn, und Malin ist genau richtig.”
Amira: “Ach, du bist nicht zu dick, Mama. Höchstens dein Hintern.”
Ich: “Naja, mein Hintern ist ein Teil von mir, soweit ich weiß.”
Malin (hilfreich): “Ach nein, Mama. Der ist schon eher ein Teil der Wohnung.”